baut keinen scheiß

Ein Beitrag von Architects for Future zum Hamburger Architektursommer 2026

Parkhaus Gröninger Hof von der Straßenseite
2023
Parkhaus Gröninger Hof Detailansicht
2026

Gröninger Hof

Architekturbüro Duplex Architekten
Fertigstellung 2027 (geplant)
Standort Neue Gröninger Straße 12, 20457 Hamburg
Nutzung Wohnen

Das Gebäude

Die Genossenschaft Gröninger Hof ist ein gemeinnütziges Projekt mit dem Ziel, das historische Parkhaus in der Neuen Gröningerstraße in Hamburg zu einem lebendigen Ort umzugestalten. Nach über einem halben Jahrhundert als Parkhaus bietet das Gebäude nun Platz für neue Nutzungsmöglichkeiten.

Das Ziel der Genossenschaft ist es, bezahlbaren Wohn- und Arbeitsraum für viele Menschen zu schaff en, statt teurem Wohnraum für Wenige. Insgesamt sollen rund 70 Wohnungen in vielfältigen Zuschnitten für diverse Lebensformen entstehen. Die unteren Ebenen des Gebäudes sollen für die Nachbarschaft und interessierte Besucherinnen geöff net werden und Raum für Kultur und Bildung, Kleingewerbe, Gastronomie und Co-Working bieten. Bereits jetzt lädt die Genossenschaft Gröninger Hof in die ehemalige Werkstatt im Erdgeschoss des Gebäudes ein. Gemeinsam mit vielen anderen Akteurinnen aus der ganzen Stadt erwecken sie die Räume des Hauses wieder zum Leben und werden zum Motor für eine Stadtentwicklung, die von den Menschen ausgeht.

Um eine nachhaltige Bauweise zu gewährleisten, hat die Genossenschaft einen Architekturwettbewerb gestartet. Das Siegerbüro des Wettbewerbs, das Schweizer Büro Duplex, hat einen Entwurf für den Umbau des historischen Parkhauses erarbeitet. Das Ziel ist es, einen Teil der bestehenden Gebäudestrukturen weiterzuverwenden, da sie zum Gedächtnis der Stadt gehören. Die Realisierung des Umbaus wird von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) unterstützt. [1]

Die Genossenschaft Gröninger Hof ist ein Beispiel dafür, wie urbane Lebensqualität in der Stadt für alle Menschen möglich sein kann, unabhängig von ihren Ressourcen und Lebensbedingungen. Die Initiative leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung und zur Förderung von Gemeinwohl und Nachhaltigkeit. Um das Projekt zu realisieren, sucht die Genossenschaft weitere Unterstützung und Bürgermut. [1]

Bezug zu den Forderungen von Architects for Future

  • Forderung 5: Konstruiert kreislauff ähig und klimapositiv: Durch die konsequente Weiternutzung vorhandener Bausubstanz wird grauer Energie und neuem Ressourcenverbrauch entgegengewirkt: Fundamente, Bodenplatte, Untergeschoss und Bestandswände des ehemaligen Parkhauses bleiben erhalten. Ein innovativer Bauprozess macht dies möglich – Teile der Parkdecks dienen während der Bauphase als temporäre Stützkonstruktion und werden erst nach Fertigstellung des Holzbaus zurückgebaut. Gegenüber einem konventionellen Neubau lassen sich so die CO₂-Emissionen um rund 50 Prozent reduzieren. [2]
  • Forderung 9: Übernehmt soziale Verantwortung: Die Ausrichtung auf vielfältige und bezahlbare Wohnformen trägt dazu bei, unterschiedlichen sozialen Gruppen Zugang zu innerstädtischem Wohnraum zu ermöglichen. Durch die Kombination aus privaten Rückzugsräumen und gemeinschaftlich genutzten Flächen wird nicht nur effi zienter mit Raum umgegangen, sondern auch das soziale Miteinander gestärkt. Auf diese Weise entstehen Wohnstrukturen, die Teilhabe fördern und auf verschiedene Lebenssituationen eingehen. [2]
  • Forderung 10: Plant integral: Durch einen konsequent partizipativen Planungsprozess wurden die zukünftigen Bewohner:innen frühzeitig in zentrale Themen wie Wohnen, Gemeinschafts- und Gewerbefl ächen sowie Außenanlagen einbezogen. In sogenannten „Echoräumen” stellte das Planungsteam Entwürfe vor, diskutierte sie gemeinsam mit den Nutzer:innen in Kleingruppen und fl oss deren Ideen direkt in die weitere Planung ein. So wurden soziale und nutzungsbezogene Qualitäten von Beginn an integraler Bestandteil des Entwurfs – und nicht nachträglich ergänzt. [3]

Quellen

  1. Projektwebsite Gröninger Hof - zuletzt abgerufen am 08.04.26
  2. Abendblatt: Parkhaus-Schandfleck Gröninger Hof wird Leuchtturmprojekt - zuletzt abgerufen am 08.04.26
  3. Projektwebsite des Architekturbüros - zuletzt abgerufen am 08.04.26