Roots
Das Gebäude
Das Holzhochhaus Roots ist mit 65 m Höhe momentan Deutschlands höchstes Holzgebäude. Das Gebäude zeigt, dass der Holzbau nicht mehr auf wenige Geschosse beschränkt sein muss und stellt den aktuellen Stand der Technik im Umgang mit Holz dar. Gleichzeitig ist die Typologie Hochhaus in Bezug auf Ressourceneffizienz prinzipiell kritisch zu hinterfragen. Auch wenn Hochhäuser eine niedrige Grundfläche haben und das Roots daher als positives Beispiel zur städtischen Nachverdichtung vermarktet wird, so ist die Konstruktion äußerst aufwendig, da die Lasten sowie die technischen und gesetzlichen Anforderungen mit jedem Höhenmeter zunehmen. Ab einem gewissen Punkt kippt die Bilanz dann selbst ökonomisch ins Minus und die Höhe dient hauptsächlich nur noch der Vermarktung bzw. dem Prestige. Im Fall des Roots-Gebäudes trägt die große mediale Aufmerksamkeit dazu bei, die Möglichkeiten und Potentiale des Holzbaus in Deutschland aufzuzeigen.
Im Gebäude wurde die beträchtliche Menge von 5.500 Kubikmetern Holz verbaut, die allerdings nach Aussage des Mitentwicklers Deutsche Wildtier Stiftung in Deutschland in circa 23 Minuten nachwächst. [1] Das Holz stammt aus Österreich, wo sich auch das Sägewerk befindet. [2] Die Transportwege der Baumaterialien spielen in Bezug auf die graue Energie eine große Rolle, werden aber in Nachhaltigkeitsbetrachtungen, wie z.B. Ökobilanzierungen, gerne ausgeklammert. Bauen mit Holz ist daher besonders in den Regionen sinnvoll, in denen der Baustoff bereits lokal vorhanden ist.
Hervorzuheben ist bei dem Projekt der konsequente Einsatz von Holz als Baustoff. Im Gegensatz zu anderen Holz-Hybrid-Bauten werden hier auch die Decken aus Massivholz ausgeführt, genauso wie die tragenden Wände. Damit vermeidet man Verbundkonstruktionen aus Holz und Beton, die sich später nicht mehr sortenrein voneinander trennen lassen.
Die Erschließungskerne sind aus Stahlbeton errichtet. Aufgrund der Lage in der Hamburger Hafencity, welche in einem Hochwassergebiet liegt, musste auch das große Sockelgeschoss in Stahlbetonbauweise ausgeführt werden. [3] Durch den ansonsten konsequenten Einsatz von Holz als Baustoff spart das Roots nach Aussage des Architekturbüros 31% CO₂ im Vergleich zu einer Errichtung in konventioneller Bauweise, das entspricht 3520 t eingespartem CO₂.
Abgesehen von den unteren Geschossen, die von der Deutschen Wildtier Stiftung für Ausstellungs-, Gastronomie- und Büroflächen genutzt werden, besteht der Rest des Gebäudes größtenteils aus hochpreisigen Eigentumswohnungen. Von den 181 Wohneinheiten sind 128 Eigentumswohnungen im 3. bis 18. Geschoss und 53 öffentlich geförderte Wohnungen, die sich im weniger prestigeträchtigen Riegelgebäude neben dem eigentlichen Hochhaus befinden. [4]
Bezug zu den Forderungen von Architects for Future
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Forderung 5: Konstruiert kreislauffähig und klimapositiv: Im Projekt wurden 5.500 m³ Holz eingesetzt, damit werden im Vergleich zum Einsatz von Stahlbeton die CO2-Emissionen gesenkt.
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Forderung 8: Erhaltet und schafft Raum für Biodiversität: Auch wenn das Gebäude selbst eher zur Versiegelung beiträgt, so ist im Erdgeschoss die Deutsche Wildtier Stiftung zu finden, die über eine interaktive Ausstellung und eine Lernwerkstatt zur ökologischen Bedeutung von Wildtieren aufklärt.
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Forderung 7: Stärkt die Klimaresilienz: Weil das Hochhaus in einem Hochwassergebiet liegt, wurden Warft- und Erdgeschoss, wie bei allen Gebäuden in der Hafencity, in herkömmlicher Stahlbetonbauweise errichtet. Die an den Klimawandel angepasste Architektur steht bei diesem Projekt allerdings im Kontrast zum Entwurfsgedanken des maximalen Einsatzes der Ressource Holz.
Quellen
- Deutsche Wildtier Stiftung: Roots Richtfest 2023 - zuletzt abgerufen am 05.04.2026
- Projektwebsite des Architekturbüros - zuletzt abgerufen am 05.04.2026
- Garbe Urban: Roots Hamburg - zuletzt abgerufen am 05.04.2026
- Ingenieurholzbau: Wildspitze Hochhaus Hamburg Hafencity - zuletzt abgerufen am 05.04.2026